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Allgemeinmedizin

Respiratorisches Synzytial-Virus

Erfolgsrezepte gegen schwere Verläufe

4.4.2025

Bei Kindern unter 6 Monaten kann eine RSV-Infektion Bronchiolitis und Hospitalisierung zur Folge haben. Komorbide und ältere Menschen tragen ein erhöhtes Risiko, infolge dieser Infektion hospitalisiert zu werden oder zu sterben. Doch in der Impfprävention hat sich etwas getan.

Während Neugeborene und Säuglinge (< 6 Monate) bisher nur passiv immunisiert werden könnten, habe die Ständige Impfkommission (STIKO) aufgrund sehr robuster wissenschaftlicher Daten zu den verfügbaren 3 RSV-Impfstoffen für Ältere eine positive Empfehlung ausgesprochen: Die Standardimpfung sollen alle Personen ab 75 Jahren erhalten, eine risikoadjustierte Indikationsimpfung alle chronisch erkrankten Personen ab 60 Jahren, berichtete Dr. med. Justus de Zeeuw (Köln). Zudem gebe es eine Zulassungserweiterung für den Impfstoff RSVPreF3 OA bei Menschen ab 50 Jahren mit ­bestimmten Grunderkrankungen.

Anhaltende Wirksamkeit

Neue Daten aus der dritten Saison zeigten, dass die mit RSVPreF3 OA erreichte Immunität bei geringem Rückgang ohne Auffrischung anhalte. Das Intervall bis zu einer eventuell notwendigen Auffrischungsimpfung werde also voraussichtlich lang sein. Aktuellen Auswertungen zufolge erreicht der Impfstoff nach einer Injektion verglichen mit Placebo eine klinisch relevante kumulierte Wirksamkeit für 3 Saisons von 62,9 % gegen Erkrankungen der unteren Atemwege, für schwere Formen liegt der Wert bei 67,4 %. Die deskriptive Betrachtung der dritten Saison allein ergab eine Wirksamkeit von 48 % gegen alle Formen.

Die systemischen Nebenwirkungen seien jenen unter Placebo vergleichbar gewesen, so de Zeeuw. Entsprechend den STIKO-Empfehlungen könnten RSV- und Grippeimpfung als Totimpfstoffe koadministriert werden. Dies erhöhe weder die Rate unerwünschter Ereignisse noch beeinträchtige es die Wirksamkeit.

Mehr testen und entzündliche Reaktionen in den Blick nehmen

Aus ihrer HIV-Schwerpunkt-Praxis berichtete Dr. med. Ulrike Haars (Krefeld), dass in Praxen anders als in Kliniken fast nie auf RSV getestet werde – aus Kosten- und Zeitgründen (Der Test koste rund 15 Euro, der Tripel-Test mit Influenza und Corona sei günstiger). Dies bewertete sie als problematisch, da RSV-Infektionen für HIV-infizierte und immunsupprimierte Menschen gefährlich seien und zudem eine Untererfassung bestehe, auch wenn diese Risikogruppen selbst häufiger getestet würden.

Außerdem müsse man entzündliche Reaktionen auf eine Virusinfektion verstärkt in den Blick nehmen. HIV-Patientinnen und -Patienten erlitten infolge einer chronischen Entzündungsreaktion in den Gefäßwänden viel häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Man wisse dies auch von Menschen mit RSV-Infektion, Influenza oder Gürtelrose.

Positiv seien jedoch die RSV-Meldepflicht, die STIKO-Empfehlung für eine passive Immunisierung von Neugeborenen und Säuglingen und die Verfügbarkeit dreier Impfstoffe für Ältere. Zudem lobte Haars, dass die KV Nordrhein kürzlich eine Möglichkeit eröffnete, den RSV-Impfstoff für Standard- und Indikationsimpfung als Sprechstundenbedarf zu bestellen – statt privat zu liquidieren und zu verordnen.

Virtuelle Pressekonferenz „Von klinischen Studien zur praktischen Anwendung – RSV-Erfolgsrezepte“ (Veranstalter: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG), Dezember 2024

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