Die „Restore-Diät“ kann zu niedrigeren Cholesterin-, Blutzucker- und Entzündungswerten, einer positiven Wirkung auf das Körpergewicht und letztlich einem deutlich verringerten Risiko für chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 beitragen. Die Diät basiert auf einer ursprünglichen, nicht-industrialisierten, pflanzenbasierten, aber nicht vegetarischen Ernährungsweise, entwickelt von einem internationalen Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Hohenheim in Stuttgart.
Eine Publikation der Gruppe zeigt jetzt, dass die Restore-Diät einen erheblichen Beitrag zur Prävention chronischer Krankheiten leistet, vor allem über eine Wiederherstellung des enteralen Mikrobioms. „Die Industrialisierung der Lebensmittelherstellung wirkt sich nachteilig auf die Bakterien im menschlichen Darm, das Darm-Mikrobiom, aus. Die Folge sind oft chronische, nicht übertragbare Krankheiten wie beispielsweise Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erklärt Prof. Dr. med. Stephan C. Bischoff, Leiter des Lehrstuhls für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim.
Ursprüngliche Ernährungsweise, um Darm-Mikrobiom wiederherzustellen
Die Restore-Diät basiert auf Lebensmitteln, die im ländlichen Papua-Neuguinea regelmäßig verzehrt werden, wie Bohnen, Süßkartoffeln, Gurken und Kohl. Außerdem enthält sie Lebensmittel wie Topinambur, Erbsen und Zwiebeln, die einen hohen Anteil an Ballaststoffen enthalten, die Bakterien im Dickdarm verwerten können. Auf Weizen und Milchprodukte sowie stark verarbeitete Lebensmittel verzichtet die Diät.
„Unsere Idee war es, eine ursprüngliche, nicht-industrialisierte Ernährungsweise nachzuahmen, die sich durch einfache Zutaten, einen niedrigen glykämischen Index und geringe Energiedichte auszeichnet“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Jens Walter, Cork/UK.
Deutlich verringerte Krankheitsrisiken nur durch die Diät
In einer randomisierten, kontrollierten Studie ernährten sich 30 gesunde kanadische Erwachsene im Alter zwischen 18 und 45 Jahren drei Wochen lang ausschließlich nach der Restore-Diät. „Die Diät brachte den Teilnehmenden signifikante gesundheitliche Vorteile“, sagt Bischoff. „Vor allem Risikofaktoren, die mit Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht werden, verbesserten sich deutlich.“
Unter anderem nahmen die Teilnehmenden im Durchschnitt leicht ab. Ihr Körpergewicht und der Body-Mass-Index sanken jeweils um 1,4 %. Gleichzeitig reduzierte sich der Gesamtcholesterinspiegel um 14 %, das besonders problematische LDL-Cholesterin um fast 17 % und der Nüchternblutzucker – gemessen nach 12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme – um 6 %. Entzündungswerte (CRP), Insulinsensitivität und Insulinresistenz, die Anzeichen für einen beginnenden Diabetes sein können, verbesserten sich ebenfalls.
Teils überraschende Auswirkungen auf das Darm-Mikrobiom
Darüber hinaus hatte die Restore-Diät deutliche Auswirkungen auf das Darm-Mikrobiom. Zwar reduzierte sich die Vielfalt der Darmbakterien leicht, gesundheitsfördernde Mikroben wie Bifidobakterien nahmen jedoch zu. Gleichzeitig sank der pH-Wert im Darm, wodurch das Wachstum entzündungsfördernder Bakterien gehemmt wurde. Außerdem nahm die Menge schleimabbauender Bakterien ab, was den Aufbau und den Erhalt der Darmschleimhaut förderte. Auch die Bildung von Enzymen, die auf die Verarbeitung von Kohlenhydraten aus Pflanzen spezialisiert sind, erhöhte sich – ein deutlicher Hinweis auf die Anpassung an die faserreiche Kost.
„Die Diät führte zudem zu einer verstärkten Produktion von gesundheitsfördernden kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) und von antientzündlichen sowie antioxidativen Substanzen im Blutplasma“, so Dr. Benjamin Seethaler, vom Institut für Ernährungsmedizin. „Ein Beispiel dafür ist die Indol-3-Propionsäure, die mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und Arteriosklerose verbunden ist.“
Prävention chronischer Krankheiten
„Unsere Untersuchung belegt die positiven Effekte auf Stoffwechsel- und Entzündungsvorgänge, die auch schon bei anderen pflanzenbasierten Diäten zu beobachten waren“, fasst Bischoff zusammen. „Die Studienergebnisse zeigen klar, dass eine gezielte Umstellung der Ernährung auf eine ursprüngliche, pflanzenbasierte Ernährungsweise nicht nur die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms verbessern, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur Prävention chronischer Krankheiten leisten kann.“
Pressemitteilung „Restore-Diät verbessert Darm-Mikrobiom und Gesundheit“. Universität Hohenheim, Stuttgart, 28.1.2025 (https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=64755).
Li F et al.: Cardiometabolic benefits of a non-industrialized-type diet are linked to gut microbiome modulation. Cell. 2025 Jan 20:S0092-8674(24)01477-6 (DOI 10.1016/j.cell.2024.12.034).