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Allgemeinmedizin

Obstruktive Schlafapnoe

Sauerstoffmangel und Schläfrigkeit bestimmen kardiovaskuläres Risiko

4.4.2025

OSA verläuft klinisch und physiologisch heterogen und gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Dabei ist für eine Prognose nicht nur die hypoxische Belastung heranzuziehen, sondern ebenso der klinische Subtyp. Offenbar wirken sich nämlich beide simultan und unabhängig voneinander auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus.

Aktuelle Daten einer Kohorte von 4 396 primär kardiovaskulär gesunden Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus der Sleep Heart Health Study (SHHS), einer bevölkerungsbasierten US-Studie, belegen: Für die Abschätzung des kardiovaskulären Risikos bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) genügt es nicht, nur die hypoxische Belastung (HB) heranzuziehen oder allein auf den klinischen Subtyp zu schauen. Vielmehr ist beides relevant.

Bei moderater bis schwerer OSA zeigen die Subtypen exzessive Müdigkeit, gestörten Schlaf oder minimale Symptome.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten 29,8 % eine milde OSA mit einem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) ≥ 5/Stunde und < 15/Stunde, und 19,6 % eine moderate bis schwere OSA mit einem AHI ≥ 15/Stunde. Über einen medianen Beobachtungszeitraum von 11,7 bzw. 11,4 Jahren starben insgesamt 5,1 % aus kardiovaskulärer Ursache, 21,5 % hatten schwere kardiovaskuläre Ereignisse (major adverse cardiovascular events, MACE).

Dabei war eine höhere HB unabhängig vom symptomatischen Subtyp signifikant mit einer um 63 % höheren kardiovaskulären Mortalität assoziiert. Umgekehrt war das MACE-Risiko bei OSA-Patienten und -Patientinnen mit exzessiver Schläfrigkeit gegenüber Personen ohne OSA HB-unabhängig um 62 % erhöht, und dies beruhte nicht allein auf einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität.

Bei moderater bis schwerer OSA hatten exzessiv schläfrige Menschen im Vergleich zu anderen klinischen Subtypen ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Endpunkte, die HB war bei ­ihnen aber nicht mit MACE oder Tod aus kardiovaskulärer Ursache assoziiert.

Differenzierte Risikobetrachtung

Angesichts bisher widersprüchlicher bzw. fehlender Evidenz zum simultanen relativen Beitrag verschiedener OSA-Merkmale hoffen die Forscher und Forscherinnen, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen, in künftigen klinischen Studien mithilfe des klinischen Subtyps und neuen Biomarkern, wie der hypoxi­schen Belastung, bessere Vorhersagemodelle zu entwickeln. Dabei wären auch Informationen zur Therapie einzuschließen.

In der Studie fehlten Daten zur Behandlung mit CPAP (continuous positive airways pressure), was sich aber relativierte, weil in der SHHS ohnehin nur rund 2 % der Teilnehmenden CPAP erhielten. Eine weitere Limi­tation war die eingeschränkte Übertragbarkeit der Daten auf jüngere Personen mit womöglich höherem OSA-bezogenen kardiovaskulären Risiko. Die ­Kohorte war mit durchschnittlich 63 Jahren relativ alt.

Mazzotti DR et al., ERJ Open Res 2024 in press; https://doi.org/10.1183/23120541.00511-2024

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