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Allgemeinmedizin

Influenza-Impfung 2025/2026

Besserer Schutz durch weiterentwickeltes adjuvantiertes Grippe-Vakzin

4.4.2025

Wenn das Immunsystem altert, fällt der Impfschutz nach einer Grippe-Impfung nicht so stark aus wie bei Jüngeren. Allerdings kann mit einem adjuvantierten Vakzin der Impferfolg verbessert werden, was zu deutlich weniger Hospitalisierungen aufgrund schwerer Krankheitsverläufe führt.

Eine echte Influenza-Infektion ist keine Kleinigkeit: z. B. verzehnfacht sich das Risiko für einen Herzinfarkt und das Schlaganfallrisiko verachtfacht sich. Fast ein Viertel derer, die eine Virusgrippe durchgemacht haben, verliert die Selbstständigkeit im Alltag. Vor allem alte und vorerkrankte Menschen sind durch eine Influenza-Infektion gefährdet, betonte Prof. Dr. med. Tino Schwarz (Würzburg). Daher empfiehlt die STIKO seit vielen Jahren, Menschen über 60 Jahre jährlich gegen die aktuellen Erreger der Influenza zu impfen. Da ein alterndes Immunsystem nicht mehr so gut auf die Vakzine reagiert, wurde gerade für diese Personengruppe die Hochdosis-Impfung empfohlen.

Aber auch durch Weiterentwicklung der Impfstoffe kann der Impferfolg gesteigert werden: So lässt sich mit dem Adjuvans MF59 die antigenspezifische Immunantwort verstärken und die Dauer der Immunantwort verlängern. Im Einzelnen:

  • werden dadurch mehr Monozyten an der Injektionsstelle rekrutiert,
  • es kommt zu einer stärkeren Differenzierung von antigenpräsentierenden Zellen,
  • Förderung der Antigenaufnahme,
  • höherer Verfügbarkeit von Antigen im Lymphknoten,
  • Aktivierung eines breiteren Repertoires an adaptiven Immmunzellen (T- und B-Zellen),
  • Generierung eines breiteren Pools an reaktiven Antikörpern gegen homologe und heterologe Influenza-Stämme sowie
  • Stimulation einer robusten Phagozytose durch ­induzierte Antikörper.

Dass es zu weniger Hospitalisierungen wegen schwerer Grippe kommt, belegte eine retrospektive Kohortenstudie: Für die US-Grippesaison 2022–2023 wurden Daten von 495 119 Erwachsenen ab 65 Jahren analysiert, von denen 74,8 % einen Hochdosis(HD)-Impfstoff, 4,7 % einen MF59-adjuvantierten saisonalen Impfstoff, 6,5 % einen standarddosierten (SD) zellkulturbasierten Impfstoff und 13,9 % einen standarddosierten Ei-basierten Impfstoff erhielten. Ergebnis: Mit dem MF59-adjuvantierten Impfstoff gab es 61,6 % (95%-KI 18,1–82,0) weniger Hospitalisierungen wegen Virus-Grippe (mit PCR nachgewiesen) als mit den standarddosierten Vakzinen [1].

Nicht zuletzt aufgrund dieser Ergebnisse empfahl die STIKO im Oktober 2024 den MF59-Influenza-Impfstoff für die Altersgruppe über 60 Jahre, der im November 2024 in die Schutzimpfungs-Richtlinie durch den G-BA aufgenommen wurde, sodass eine Impfung mit dem MF59-adjuvantierten Impfstoff ab der Saison 2025/2026 von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird.

  1. Ku JH et al., Clin Infect Dis 2024; 79: 1283–92

Online-Pressekonferenz „Weiterentwickelte Impfstoffe und ihre Rolle in der Influenza-Prävention” (Veranstalter: Seqirus GmbH), Januar 2025

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