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Dermatologie

Teledermatologie

Video-Tumorboard PLUS – Stärkung der regionalen Versorgung

Univ.-Prof. Dr. med. Friedegund Meier

4.3.2025

Mit dem Angebot eines dermatologischen Video-Tumorboards startete am Uniklinikum Dresden ein Pilotprojekt, das regional tätigen Dermatologen und Dermatologinnen interdisziplinäre dermatoonkologische Expertise und deren Patientinnen und Patienten den Zugang zu innovativen Therapien ermöglicht.

Die Telemedizin hat das Potenzial, die medizinische Versorgung nicht nur entscheidend, sondern vielleicht sogar revolutionär zu verändern. Notwendige und insbesondere innovative Diagnostik und Therapie stehen durch die Telemedizin immer schneller und flächendeckender zur Verfügung. Davon profitieren vor allem Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden engagiert sich insbesondere für eine bestmögliche regionale medizinische Versorgung und setzt neue Maßstäbe, um Telekonsultationen effektiv umzusetzen.

Video-Tumorboard PLUS 

Das Hauttumorzentrum der Universitäts-Hautklinik ist am Nationalen Centrum für ­Tumorerkrankungen/Universitäts KrebsCentrum Dresden (NCT / UCC) ­angesiedelt. Es ist Teil des „Netzwerks ­Onkologische Spitzenzentren“, den Comprehensive Cancer ­Centers (CCC). Einmal wöchentlich findet das dermatologische Tumorboard statt, bei dem ein interdisziplinäres Ärzteteam per Videoschaltung die ­Patientenfälle diskutiert. Daran nehmen Expertinnen und Experten aus der Onkologie, Dermatoonkologie, Radiologie, Pathologie, Chirurgie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin sowie häufig auch aus der HNO und MKG teil. Der Zugang zu dieser geballten Expertise ist auch der externen Ärzteschaft der Region möglich und soll im Zuge des nationalen ONCOnnect Verbundprojekts weiter ­ausgebaut werden. Die CCC-Standorte Dresden, Bonn und Münster werden über 3 Jahre von der Deutschen Krebshilfe gefördert, um das Teilprojekt Video-­Tumorboard PLUS (vTB+) voranzutreiben. Im Zuge dessen wird eine Beobachtungsstudie durchgeführt, die eine retro­spektive Präphase, eine ­Erprobungsphase des vTB+ sowie eine anschließende Analysephase umfasst. Zeigt sich das vTB+ wirksam, können weitere CCC-Standorte das Video-Tumorboard PLUS als Best-Practice-Beispiel ­individualisiert übernehmen.

Zentrale Unterstützung, wohnortnahe Versorgung

Ziel ist es, die Anbindung regionaler Versorgungseinrichtungen an die dermatologischen vTB+ aus­zubauen. Den Erkrankten wird damit ein besserer Zugang zu neuen Therapiemöglichkeiten, z. B. innerhalb klinischer Studien, in Early-Access-Programmen oder durch neu zugelassene Medikamente ermöglicht. Zudem werden durch das Video-Tumorboard PLUS anhand verschiedener supportiver Screenings die Bedarfe an Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Betroffenen ermittelt. So können ­regional verfügbare Supportivangebote, wie Kontakt zu Selbsthilfegruppen, psychoonkologische und ­soziale Beratung, unterbreitet werden. In ­besonderem Fokus steht dabei zum einen ein niederschwelliger Zugang zum Tumorboard von extern. Hierfür ­müssen die Prozesse optimiert und technische Barrieren ­abgebaut werden. Dementsprechend erhalten die externen Teilnehmer und Teilnehmerinnen Unterstützung beim Anmeldeprozedere sowie bei der ­Einrichtung der Datenübertragung. Damit die ­Bedarfe der Zielgruppe entsprechend berücksichtigt und Verbesserungen etabliert werden, sind die ­Ärzte und Ärztinnen in den Ausbau des vTB+ involviert. Zum anderen liegt der Fokus auf einer möglichst ­kurzen Zeitspanne bis zu Therapieentscheidung und -einleitung (meist eine Woche), auch bei palliativer Anbindung. ­Daneben ist ein weiterer Vorteil für die teilnehmende Ärzteschaft, dass, wenn nötig, ­weitere Beratungen durch Experten des NCT / UCC statt­finden, ohne dass ein Behandlerwechsel erforderlich ist. Denn es besteht nicht die Absicht der Patienten­übernahme in das NCT / UCC, sondern die, eine ­bessere Zusammenarbeit mit regionalen Behandlungspartnerinnen und -partnern zu fördern.

Das Anliegen ist es daher, zusammen mit den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen vor Ort den Erkrankten eine bestmögliche, leitliniengerechte und interdisziplinäre Behandlung mit Zugang zu Innovationen zu ermöglichen. Die Versorgung soll patientenorientiert und möglichst wohnortnah erfolgen. Im Zuge des ONCOnnect Verbundprojekts soll so die Wirksamkeit des vTB+ aufgezeigt und ein Schritt in Richtung der Übernahme in die Regelversorgung ­gegangen werden.

Die Anmeldung zum vTB+ erfolgt über die Website des NCT / UCC (https://www.nct-dresden.de/de/­formulare/kontakt-derma). Im Zuge des ONCOnnect Verbundprojekts werden Praxen und regionale ­Krankenhäuser mit dermatoonkologischer Versorgung über einen Kooperationsvertrag einbezogen.

Die Autorin

Univ.-Prof. Dr. med. Friedegund Meier
Leiterin Hauttumorzentrum
Nationales Centrum für Tumor­erkrankungen/Universitäts KrebsCentrum Dresden

friedegund.meier@ukdd.de

Bildnachweis: © NCT/UCC/ Philip Benjamin; privat

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