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FOKO 2024

PCOS:

Therapie für Lebensqualität

Dr. rer. nat. Reinhard Merz

3.4.2025

Frauenärztinnen und Frauenärzte stehen vor der Herausforderung, komplexe Erkrankungen nicht nur zu therapieren, sondern auch die Patientin bestmöglich zu begleiten. Dr. med. Anneliese Schwenkhagen (Hamburg) zeigte das am Beispiel des polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS).

Zur Diagnose braucht es 2 von 3 Kriterien: klinisch oder biochemischer Hyperandrogenismus, die ovulatorische Dysfunktion und die polyzystische Ovar-Morphologie. Und in den aller meisten Fällen ist das PCOS mit einer Insulinresistenz und schwereren metabolischen Störungen assoziiert.

Zudem tritt ein PCOS oft zusammen mit Adipositas auf. Etwa 50-80 % der PCOS-Patientinnen sind übergewichtig oder adipös, umgekehrt haben Frauen mit PCOS ein 4-fach höheres Risiko für Adipositas im Vergleich zu Kontrollen. Bei Frauen mit PCOS und Übergewicht/Adipositas konnte eine BMI-Abweichung bereits im Alter von 5 Jahren beobachtet werden. Dr. Schwenkhagen zitierte aus dem Entwurf der neuen S2k-Leilinie „PCOS“. Da heißt es u. a.: Es soll berücksichtigt werden, dass bei Frauen mit PCOS häufiger ein negatives Körperbild vorliegen kann und dies mit einem erhöhten Risiko für Depression und einer reduzierten gesundheitsbedingten Lebensqualität verbunden sein kann.

Ziele einer Therapie sind eine möglichst lange Beschwerdefreiheit, eine Reduktion von funktionellen Beschwerden, eine Vermeidung von Organdestruktionen und eine Abstimmung auf die aktuelle ­Lebenssituation und Bedürfnisse der Patientin zur Verbesserung der Lebensqualität. „Medikamentöse Basistherapie, wie sieht die aus?“, fragte Dr. Schwenkhagen und beantwortete die Frage gleich: „Unsere Endpunkte aus der Sicht der Gynäkologin sind ein Rückgang der Androgenisierung, die Zyklusregulierung, die Endometriale-Protektion. Und ich sage Ihnen: Ohne Hormone ist das nicht zu ­machen.“ Eine mögliche Therapieoption sind orale Kontrazeptiva zur Therapie der Androgenisierung und für eine ausreichende gestagene Wirkung am Endometrium zur Prävention endometrialer Hyperplasien. Auch auf die metabolischen Effekte ging sie ein: „Was wir im Alltag geben können, ist ­einfach Metformin – auch wenn es off-label ist. Da haben wir mittlerweile alle viel Erfahrung.“

Meet the Expert „Herausforderung PCOS“ (Veranstalter: Exeltis Germany GmbH)

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