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Dermatologie

Plaque-Psoriasis

Tapinarof-Creme auch in Phase-III-Studien effektiv

Dr. med. Anja Becker

15.3.2022

Bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis werden meist topische Kortikosteroide als First-Line-Therapie verordnet, die bei Langzeitanwendung zahlreiche Nebenwirkungen aufweisen können. Eine nicht steroidale Alternative wäre daher mehr als willkommen – wie die derzeit in klinischen Studien untersuchte Tapinarof-Creme.

Die auf dem Markt befindlichen topischen Präparate zur Behandlung der Psoriasis haben oft Einschränkungen, was die Anwendungsdauer oder die Lokalisation angeht. Phase-II-Studien zu Tapinarof bei Plaque-Psoriasis führten bereits zu ersten Erkenntnissen hinsichtlich Wirksamkeit und unerwünschten Reaktionen (Follikulitis, Kontaktdermatitis und Kopfschmerzen), die nun in zwei identischen randomisierten Phase-III-Studien (PSOARING 1 und PSOARING 2) weiter untersucht wurden. Tapinarof ist eine nicht steroidale Aryl-Kohlenwasserstoff-Rezeptor-modulierende Substanz, die immunmodulierend (u. a. über Interleukin-17) und antioxidativ wirkt und die Hautbarriere über die Modulation von Filaggrin und Loricrin stabilisiert.

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Zwei Studien mit ähnlichen Ergebnissen

In die beiden zwölfwöchigen Studien wurden zwischen Mai 2019 und April 2020 insgesamt 1 025 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren eingeschlossen, die eine stabile leichte bis schwerer Plaque-Psoriasis mit einem Befall von 3 bis 20% der Körperoberfläche aufwiesen. Tapinarof wurde einmal täglich als 1%ige Creme aufgetragen; als Kontrolle diente eine Vehikel-Creme. Primärer Endpunkt war ein PGA(Physician‘s Global Assessment)-Score von 0/1 (ganz bzw. fast erscheinungsfrei) und eine Verbesserung um mindestens 2 Punkte zur Baseline in Woche 12. Zu den sekundären Endpunkten zählten u. a. PASI(Psoriasis Area and Severity Index)-75, DLQI (Dermatology Life Quality Index) und PP-NRS (Peak Pruritus Numeric Rating Scale). Das Ergebnis: Den primären Endpunkt (PGA) erreichten 35,4% bzw. 40,2% der Patienten der Verum-Gruppe, verglichen mit 6,0% bzw. 6,3% der Patienten der Vehikel-Gruppe (Studie 1 bzw. Studie 2; jeweils p < 0,001). Ein PASI-75-Ansprechen zeigten 36,1% bzw. 47,6% der mit Tapinarof Behandelten vs. 10,2% bzw. 6,9% der Patienten der Vehikel-Gruppe (Studie 1 bzw. Studie 2; jeweils p < 0,001). Die patientenberichteten Ergebnisse DLQI und PP-NRS fielen ähnlich positiv aus. Unerwünschte Ereignisse unter Tapinarof traten in 50,3% bzw. 54,5% der Fälle auf (22,4% bzw. 26,2% unter Vehikel-Creme). Am häufigsten waren Follikulitis (23,5% bzw. 17,8%), Nasopharyngitis (7,4% bzw. 4,1%), Kontaktdermatitis (5,0% bzw. 5,8%) und Kopfschmerzen (je 3,8%).

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Corona machte einen Strich durch die statistische Rechnung

Pandemiebedingt konnten Behandlungen und Beurteilungen des Krankheitsbildes teilweise nicht durchgeführt werden, sodass etwa 15–20% der Endpunktdaten fehlten und daher multiple Imputationen erforderlich waren, um die Lücken im Datensatz zu schließen, gaben die Studienautoren zu bedenken. Die Ergebnisse der Phase-III-Studien waren dennoch keine Überraschung, auch hinsichtlich der unerwünschten Reaktionen.

Lebwohl MG et al., N Engl J Med 2021; 385: 2219–2229

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