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FOKO 2024

Respiratorisches Synzytial-Virus

Maternale Impfung schützt Säuglinge vom ersten Tag an

Birke Dikken

3.4.2025

Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Atemwegserkrankungen bei Säuglingen. Mittlerweile gibt es einen Impfstoff für Neugeborene sowie einen Impfstoff, der auch für die maternale Impfung zugelassen ist. Jetzt warten alle auf die STIKO.

Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) dringt in die Epithelzellen der Atemwege ein und verursacht Entzündungen, Ödeme, Synzytienbildung sowie -ablösung. Nahezu alle Kinder infizieren sich bis zu einem Alter von 2 Jahren. RSV ist ursächlich für zwei Drittel aller Atemwegserkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern weltweit. Atemnot stellt eine häufige Komplikation dar, bei der die Betroffenen zum Teil auf Sauerstoff angewiesen sind und hospitalisiert werden müssen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) habe den Antikörper Nirsevimab zur Vorbeugung von RSV-Infektionen bei Neugeborenen und Säuglingen Anfang ­November 2024 zugelassen, berichtete Ralph Köllges, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Mönchengladbach. Wenn der empfohlene Zeitpunkt der ­Prophylaxe versäumt wurde, könne eine Gabe schnellstmöglich innerhalb der 1. RSV-Saison nachgeholt werden. Der Wirkstoff könne zudem gleichzeitig oder in beliebigem Abstand mit den Standardsäuglingsimpfungen verabreicht werden. Wenn der Säugling bereits eine labordiagnostisch bestätigte RSV-Infektion hatte oder die Mutter während der Schwangerschaft bereits mit dem maternalen bivalenten RSVpreF-Wirkstoff (Abrysvo®) geimpft wurde, sei ­keine weitere Gabe erforderlich. Bei Neugeborenen mit ­Risikofaktoren oder wenn die mütterliche RSV-Impfung weniger als 2 Wochen vor der Geburt erfolgt sei, sollte allerdings eine zusätzliche Impfung stattfinden, so Köllges. Der Großteil des IgG werde in den letzten 4 Wochen der Schwangerschaft aufgenommen. Eine Impfung zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche könne deshalb die IgG-Menge bei der Geburt maximieren und für ausreichend Nestschutz sorgen, erläuterte Köllges. Die RSV-Impfung für Schwangere sei allerdings noch keine STIKO-Empfehlung.

Dies bedauerte auch Dr. Gabriele Altenburger, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Datteln. Sie betonte, dass gut 70 % der RSV-bedingt eingewiesenen Säuglinge gesunde Reifgeborene seien und die Erkrankung bisher nur symptomatisch behandelt ­werden könne. Dieses Risiko könne bereits durch die ­maternale RSV-Impfung deutlich minimiert werden. Laut MATISSE-Studie, in der Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung untersucht wurden, biete der Impfstoff einen 90%igen Schutz gegen schwere RSV-­Erkrankungen der unteren Atemwege ab Geburt im ersten Lebensmonat, 82,4 % in den ersten 3 und noch 70 % in den ersten 6 Monaten. Obwohl die Impfung mit dem Totimpfstoff der Studie zufolge sowohl für das Baby als auch die werdende Mutter als sicher gelte, seien Frauen oft noch sehr zögerlich und bedürften intensiver Beratung und Aufklärung, so Altenburger. Im Januar war die Impfung weltweit bereits in 50 Ländern zugelassen. Die Experten erhoffen eine baldige Empfehlung seitens der STIKO.

Mini-Symposium „RSV-Impfung – aus pädiatrischer und gynäkologischer Sicht“ (Veranstalter: Pfizer Pharma GmbH)

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